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38. Prana Loka

Prana ist die Lebenskraft. Im Sanskrit ist es ein Synonym für Leben und der Name des Lebensatems, den wir mit jedem Atemzug empfangen. Prana ist auch der Name einer der fünf wichtigsten subtilen Energien im Körper. In diesem engeren Sinne bezieht sich Prana auf die Energie, die sich in der Mundhöhle befindet und die Nahrung zum Magen transportiert. Prana befindet sich im Bereich von den Nasenlöchern bis zur Lunge und in der Nähe des Herzens und schützt das Leben vor der Zerstörung.

Prana gleicht die anderen Elemente des Körpers aus und steuert ihre Funktionen. Dank Prana können wir uns bewegen, denken, sehen und hören. Von der Geburt bis zum Tod spielt Prana eine entscheidende Rolle in unserem Leben: Bei der Geburt gibt es die nötige Kraft für den erfolgreichen Verlauf der Geburt, zum Zeitpunkt des Todes entzieht es dem Körper die gesamte Lebensenergie und fließt aus ihm heraus und hinterlässt einen leblosen Körper Leichnam.

Prana ist ein treuer Diener, der alle Bedürfnisse seines Herrn befriedigt, ohne dafür eine Belohnung zu verlangen. Wie ein wahrer Anhänger dient Prana treu unserem Bewusstsein 24 Stunden am Tag. Aber Prana hat sein eigenes Temperament. Schon eine kleine Änderung in der Haltung des Gastgebers beeinflusst die Geschwindigkeit und den Rhythmus des Zyklus. Ein guter Meister, der die Hingabe seines Dieners versteht, sollte versuchen, dem Prana bei der Entwicklung zu helfen. Die hierfür notwendigen Methoden werden Pranayama genannt und stellen einen der wichtigsten Bereiche der Yoga-Disziplin dar.

Im Yoga ist Prana ein Konzept von größter Bedeutung. Durch das Üben von Pranayama lenkt der Yogi den Pranafluss nach unten zum Beckenplexus, wo er sich mit Apana, der Energie im Unterkörper, vermischt. Wenn Prana und Apana durch die Sushumna, den zentralen Kanal der Wirbelsäule, zum Scheitel des Kopfes fließen, erfährt der Yogi Samadhi, das Ziel aller Yoga-Übungen. Prana sollte nicht mit Sauerstoff verwechselt werden. Sauerstoff versorgt den grobstofflichen Körper mit Energie. Prana hingegen erhält die Existenz des physischen Körpers aufrecht: Prana ist das Leben selbst. Um Prana zu verstehen, müssen Leben und Bewusstsein getrennt voneinander betrachtet werden. Leben ist der Mechanismus, durch den sich Bewusstsein manifestiert, und Prana ist seine treibende Kraft. Wenn das Leben aufhört, bleibt das Bewusstsein bestehen. Darauf deuten zahlreiche dokumentierte Reinkarnationsfälle hin.